Träger des Forschungskolloquiums
Träger des Forschungskolloquiums ist die Sektion für Sozialwissenschaften an der Freien Hochschule für Geisteswissenschaften, mit Sitz am Goetheanum in Dornach bei Basel.
Freie Hochschule für Geisteswissenschaften
Aufgabe der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft ist die Forschung auf geistigem Gebiet, die Anregung und Koordination sowie die Weiterbildung in anthroposophisch orientierten Arbeitsfeldern. Die Hochschule ist heute in eine allgemein anthroposophische und zehn Fachsektionen gegliedert. Grundlage der Arbeit bildet der geisteswissenschaftliche Lehrgang, den Rudolf Steiner 1924 für die Mitglieder der Hochschule im Rahmen ihrer Ersten Klasse gehalten hat („Klassenstunden“).
Voraussetzungen zur Hochschulmitgliedschaft sind die Vertrautheit mit den Grundlagen der Anthroposophie und eine meditative Praxis im Sinne der anthroposophischen Geisteswissenschaft, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zu einem Engagement für die Anthroposophische Gesellschaft sowie für eine Repräsentanz der Anthroposophie. - Die Hochschule hat ihren Sitz und Koordinationsmittelpunkt am Goetheanum, die Arbeit findet weltweit in den Zusammenhängen statt, in denen Mitglieder der Hochschule tätig sind.
Sektion für Sozialwissenschaften
Die Sektion für Sozialwissenschaften am Goetheanum koordiniert und vernetzt die Arbeit von einzelnen Mitgliedern der Sektion wie auch von regional arbeitenden Gruppen in der ganzen Welt. Derzeit gibt es Gruppierungen in Argentinien, Australien, Deutschland, England, Frankreich, Holland, Neuseeland, Österreich, Philippinen, Polen, Rußland, Schweiz, Skandinavien, Tschechien, USA.
Die Arbeit basiert auf den Forschungsergebnissen, wie sie von Rudolf Steiner in seiner sozialen Phänomenologie dargestellt wurden:
- Das soziologische Grundgesetz (1898, GA 31)
- Das soziale Hauptgesetz (1905, GA 34)
- Die Dreigliederung des sozialen Organismus (1917-1919, GA 23)
- Grundbegriffe einer Weltwirtschaftsordnung (1922, GA 340)
Dabei zeigt sich die Wirksamkeit dieser sozialen Gesetzmäßigkeiten auf drei Ebenen:
- Im Mikrosozialen – in der zwischenmenschlichen Begegnung
- z. B. im "sozialen Urphänomen" oder in den "sozialen und antisozialen Trieben" im Menschen (GA 168) - Im Mesosozialen – in der Zusammenarbeit in Gemeinschaften, z.B. in den Sozialprozessen oder in einer siebengliedrigen Gestalt- und Organbildung
- Im Makrosozialen – als Gestaltelemente für die menschliche Gesellschaft, z.B. dargestellt in R. Steiners "Aufruf an das deutsche Volk und die Kulturwelt" (GA 24)
Arbeitsschwerpunkte:
Forschung:
- Eine soziale Phänomenologie wird betrieben, um die soziale Welt in ihrer Entwicklung zu verstehen: Die Entwicklung der modernen Industriegesellschaft, von der Tauschwirtschaft zur Geld- und Fähigkeitenwirtschaft, die globalisierte Weltwirtschaft, soziale Urphänomene usw.
- Konkrete soziale Fragestellungen, um Konzepte und Lösungsvorschläge für aktuelle soziale Probleme zu erarbeiten. Z.B. Steuerfragen, Finanzierung der sozialen Sicherheit, Entwurf einer Charta der Menschenrechte für Europa usw.
- Eine Esoterik der Sozialwissenschaft. Welche wirksamen Kräfte findet man im historischen und im sozialen Geschehen? Wie kann man aus einem übersinnlichen Verständnis des Menschen die Sozialprozesse verstehen? Welche spirituellen Gesetze drücken sich im sozialen Leben aus?
Begegnung:
- Das Gespräch zwischen den wissenschaftlich arbeitenden Mitgliedern der Sektion ist von großer Bedeutung. Soziale Forschung kann heute nicht mehr von Einzelnen im Elfenbeinturm betrieben werden, es braucht das Forschungsgespräch, den Austausch mit Anderen.
- Aus der anthroposophischen Arbeit sind viele praktische Einrichtungen hervorgegangen: pädagogische, medizinische, heilpädagogische, landwirtschaftliche, wirtschaftliche und landwirtschaftliche Einrichtungen, die alle mit dem anthroposophischen Sozialimpuls verbunden sind. Der Austausch für die in solchen sozialen "Modellen" tätigen Menschen ist von besonderer Wichtigkeit.
- Die Hochschule lehnt es strikt ab sich in irgendwelche politischen Angelegenheiten einzumischen, aber Mitglieder der Sektion sind auch auf politischem Felde tätig, teils in unmittelbarer parlamentarischer Arbeit, teils in außerparlamentarischer Arbeit. Bis zur Erarbeitung von Gesetzesvorlagen oder der Verbreitung der in der Erkenntnisarbeit gefundenen Ideen, sollte diese Arbeit gehen. Auch den Menschen, die in diesem Felde tätig sind, wird im Rahmen der Sektion eine Gesprächsplattform gegeben.
Öffentlichkeitsarbeit:
- Die Sektion stellt ihre Arbeitsergebnisse jedermann zur Verfügung. Insbesondere in öffentlichen Tagungen werden Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert.
- Viele Arbeitsergebnisse der Sektion sind in Publikationen eingemündet. Es seien hier nur einige genannt:
- Lex Bos, Leitbilder für Sozialkünstler
- Jaap van der Haar (Hg.), Sucht im Jugendalter
- Herbert Kretschmer (Hg.), Beiträge zur Sozialarbeit
- Hans Kühn, Dreigliederungs-Zeit, Rudolf Steiners Kampf für die Gesellschaftsordnung der Zukunft
- Manfred Schmidt-Brabant, Idee und Aufgabe Europas
- Wilhelm Schmundt, Der soziale Organismus in seiner Freiheitsgestalt - Stellungnahmen zu aktuellen, gesellschaftlichen Fragestellungen.
Leitung der Sektion:
Information:
Nähere, weiterführende Informationen finden Sie auf der Website der Sektion für Sozialwissenschaften.